St. Marien-Schulen der Schulstiftung der Diözese Regensburg - Gymnasium und Realschule für Mädchen

Fachschaft:
Geschichte / Sozialkunde
(Gymnasium)

15.05.2017: MDL Margit Wild besucht die G 10B

 

 

Am Montag, den 15. Mai 2017, kam die Landtagsabgeordnete Margit Wild zu uns in die Klasse G 10B. In den vorangegangenen Sozialkunde- und Deutschstunden haben wir uns mit Herrn Dr. Beck im Unterricht auf ihren Besuch vorbereitet und einige Fragen erarbeitet.

Zu Beginn berichtete uns Frau Wild einiges zu ihrer Person, ihrem beruflichen Werdegang und wie sie sich schließlich im bayerischen Landtag wiederfand und dort bis heute arbeitet. Zu ihrer Person ist zu sagen, dass Frau Wild zunächst eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin machte, woraufhin sie in ihrer Heimatstadt Sulzbach-Rosenberg als eben diese tätig war. In der darauffolgenden Zeit befasste sie sich, nun auch als Heilpädagogin, mit geistig behinderten Kindern in Regensburg. Sie war auch als Förderlehrerin in einer schulvorbereitenden Einrichtung tätig, bevor sie 1990 in den Stadtrat von Regensburg gewählt wurde. Zu dieser Zeit begann ihre intensivere Auseinandersetzung mit der Politik. Des Weiteren befindet sie sich seit 2007 im Vorstand der Regensburger SPD und seit 2008 als aktives Mitglied im Bayerischen Landtag für Regensburg, in welchem sie sich auf den Bereich Bildung und Kultus spezialisiert hat. In dieser Position beschäftigt sich Margit Wild vor allem mit Fragen zu den verschiedenen Schularten, der Schulorganisation und Lerninhalten. Außerdem ist sie Mitglied in vielerlei Organisationen, wie zum Beispiel der interfraktionellen Arbeitsgruppe Inklusion, die sich mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an den bayerischen Schulen befasst.

Im Anschluss an diesen Einblick in ihren beruflichen Werdegang beantwortete sie uns noch zahlreiche Fragen. So war es für uns beispielsweise interessant zu wissen, wie der Tagesablauf eines Politikers in ihrer Position aussieht. Dazu kann man sagen, dass ihre Hauptaufgabe darin besteht, bestimmte Themen im Ausschuss für Bildung und Kultus vorzubereiten und schließlich als Rednerin oder Co-Rednerin zu diskutieren. Daraufhin stellten sich des Öfteren Fragen zum G9, welches ab dem kommenden Schuljahr wieder eingeführt werden soll, nachdem es, wie Frau Wild es bezeichnete, vor mehreren Jahren in einer „Nacht und Nebelaktion“ eingeführt wurde. Es stellte sich heraus, dass vieles hierzu noch ungeklärt ist, wie beispielsweise die genauen Lerninhalte oder die Frage, ob man nun weiterhin nach der zehnten Klasse mit mittlerer Reife das Gymnasium verlassen darf oder erst ein Jahr später. In diesem Zusammenhang legte Frau Wild uns einige Erwartungen aber auch Befürchtungen dar. Im Verlauf des Besuches konnten auch Fragen bezüglich des unterschiedlichen Bildungs- und Leistungsniveaus in den verschiedenen Bundesländern angesprochen werden. Außerdem tauchten Fragen zum Numerus Clausus (NC) auf, der an vielen Universitäten für manche Studienfächer (z. B. Humanmedizin) sehr hoch ist. Zusammen mit ihrem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Matthias Jobst konnte Margit Wild uns auch hierzu einige interessante Hintergrundinformationen bieten, so zum Beispiel, dass die Universitäten frei sind und über die Vergabe von Studienplätzen unabhängig entscheiden dürfen.

Nachdem alle Fragen weitgehend geklärt waren, verabschiedeten wir uns von unseren Gästen. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei Frau Wild und Herrn Jobst für ihre Zeit und Geduld bei so vielen speziellen Fragen bedanken.

 

Sophia Kirchberger, Fiona Brunner, G 10B

14.03.2017: Besuch des Zeitzeugengesprächs „Jungsein in der DDR, Februar 1972“

Ein Teil der Klasse G 10B besuchte am 14.03.2017 zusammen mit ihrem Geschichts- und Sozialkundelehrer Herrn Dr. Beck einen Vortrag des DDR-Zeitzeugen Rainer Schneider im Jugendzentrum Utopia in Burgweinting.
Der DDR-Bürger Rainer Schneider wird mit 17 Jahren von der Stasi wegen „versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts“ verhaftet und zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, bevor er im Oktober 1972, freigekauft von der Bundesrepublik und unter Bewährungsauflagen, in die DDR entlassen wird. Nach zahlreichen erfolglosen Ausreiseanträgen folgt schlussendlich im Jahr 1974 die langersehnte Ausbürgerung sowie die Übersiedlung mit Frau und Kind in die Bundesrepublik.
Noch 43 Jahren nach den Geschehnissen verfolgt Rainer Schneider mit seinen Vorträgen ein wichtiges Anliegen: Den heutigen Jugendlichen die „wahre DDR“, also nicht nur die aus dem Schulunterricht mit vielen Zahlen und Fakten, zu vermitteln. Er spickt seinen Vortrag mit zahlreichen anschaulichen Kindheitserinnerungen, die uns nur allzu deutlich begreiflich machen, wie perfide der ostdeutsche Überwachungsstaat in Sachen Spitzelsystem, Instrumentalisierung von Menschen für seine Zwecke und Militarisierung vorgegangen ist. Angefangen im Kindergarten über die Schulzeit und die Ferienlager der „Jungpioniere“ bis ins hohe Alter.
Das Gespräch war sehr lebendig und interessant gestaltet und zeigte uns die DDR noch einmal in einem ganz anderen Licht.
(Marietheres Obermeier, G 10B)

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