Lesung von Andrea von Treuenfeld aus ihrem Buch „Leben mit Auschwitz. Momente der Geschichte und Erfahrungen der dritten Generation“

19.10.2026

Lesung von Andrea von Treuenfeld aus ihrem Buch „Leben mit Auschwitz. Momente der Geschichte und Erfahrungen der dritten Generation“

Am Freitag, den 09. Oktober 2026, besuchte uns die Journalistin und Autorin Andrea von Treuenfeld, um aus ihrem 2020 erschienenen Buch „Leben mit Auschwitz. Momente der Geschichte und Erfahrungen der dritten Generation“ zu lesen.

Sie begann ihre Lesung mit der Erinnerung an Auschwitz und die Todesmärsche, aber nicht als Vortrag, sondern mit einer Aufzählung von Fakten, die für sich sprachen. Anschließend leitete die Autorin zum „Marsch der Lebenden“, den es seit 1988 am jüdischen Holocaust-Gedenktag (Yom Hashoa) in Auschwitz gibt, über und berichtete von ihren ersten Begegnungen mit der dritten Generation, den Enkeln.

Erst nach dieser Hinführung stellte uns Frau von Treuenfeld sechs verschiedene Personen vor, die alle Nachfahren von Auschwitz-Überlebenden waren. Es handelte sich sowohl um jüdische Protagonisten, aber auch um Sinti.

Jede Person wurde ausführlich vorgestellt und die Familiengeschichten zeigten das große Leid, das bis in die nächsten Generationen hineinwirkt. Die Interviews wurden so ausdrucksstark vorgelesen, dass man sich das Gegenüber sehr gut vorstellen konnte. Die Texte waren nicht ausgedacht, sondern wirklich passiert. Das erzeugte bei uns als Zuhörerinnen neben großer Betroffenheit auch enormes Mitgefühl. Besonders die Geschichte des Babys, das nicht leben durfte, machte uns deutlich, welche Unmenschlichkeit damals herrschte. In Erinnerung blieb auch die Geschichte des Großvaters, der sich nahezu täglich das Leben nehmen wollte und damit für die gesamte Familie eine große Belastung darstellte.

Frau von Treuenfeld zeigte bei ihren gelesenen Textausschnitten deutlich auf, wie unterschiedlich die Menschen mit ihren Familiengeschichten umgehen. Voller Empathie hörten wir zu und versuchten uns in die Perspektive der Enkelgeneration hineinzudenken.

Nach dem Leseteil gab es die Möglichkeit, an Andrea von Treuenfeld Fragen zu stellen. Diese umfassten die Nachfrage zu bestimmten Protagonisten ebenso wie Fragen zum Werdegang des Buches von der Idee über die Interviewphase bis hin zum Schreibprozess. Die Autorin beantwortete alle Fragen sehr ausführlich und ließ uns an bestimmten emotionalen Momenten, die es während der Gespräche mit den Nachgeborenen gegeben hatte, teilhaben.

Die Lesung hat uns sehr berührt und das Thema zeigt uns deutlich, dass Auschwitz auch nach so vielen Jahren nicht vergessen werden darf.  

 

Klasse G 11B (Dr. Kunert)